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  • #680
    der_Markus
    Teilnehmer

    Hallo zusammen, wir stehen gerade vor einem ziemlichen Chaos. Unser Unternehmen wächst und keiner weiß so richtig, wer eigentlich für welche Daten zuständig ist. Marketing sagt, die Kundendaten gehören denen, IT sagt sie verwalten alles, und der Vertrieb macht einfach sein eigenes Ding. Wir überlegen jetzt Data Governance einzuführen – also klare Rollen wie Data Owner, Data Steward usw. Habt ihr sowas schon umgesetzt? Wie habt ihr die Zuständigkeiten geregelt und vor allem: wie kriegt man die Leute dazu, das auch wirklich zu leben?

    #681
    Nordlicht_Sina
    Teilnehmer

    Das kennen wir auch – bei uns hat’s ungefähr zwei Jahre gedauert bis das halbwegs saß. Was bei uns geholfen hat: erstmal nicht zu groß anfangen. Wir haben mit einem Pilotbereich angefangen (bei uns war das die Finanzbuchhaltung) und dort Data Owner und Stewards klar benannt – schriftlich, mit Aufgabenbeschreibung. Erst nachdem das irgendwie funktioniert hat, haben wir es auf andere Bereiche ausgerollt.

    Das Entscheidende war eigentlich, dass die Führungsebene das offiziell mitgetragen hat. Solange das nur ein IT-Projekt ist, interessiert’s die Fachabteilungen nicht wirklich.

    #682
    Tom2026
    Teilnehmer

    Ich hab damals bei der Recherche einige ganz hilfreiche Artikel und Praxisbeispiele auf qunis.de gefunden, speziell zu dem Thema wie man Governance-Strukturen in bestehende Organisationen einbettet. Hat mir persönlich geholfen, das Thema besser zu durchdenken bevor wir intern damit angefangen haben.

    Ansonsten kann ich Sinas Punkt nur unterstreichen – top-down muss das kommen. Und: Policies aufschreiben ist das eine, aber ihr braucht auch jemanden der regelmäßig draufschaut ob die Rollen noch passen. Bei uns war das anfangs niemandes offizieller Job und dann schläft das schnell wieder ein.

    #683
    Kristin_H
    Teilnehmer

    Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, ein Data Governance Board einzurichten – also ein regelmäßiges Meeting mit Vertretern aus allen relevanten Bereichen. Klingt bürokratisch, aber es gibt endlich eine Instanz wo strittige Fragen wirklich entschieden werden, anstatt dass jeder weiter sein eigenes Süppchen kocht.

    Für die Akzeptanz war wichtig, dass wir es nicht als Kontrollmechanismus verkauft haben sondern als Entlastung – weil plötzlich klar ist wer für was verantwortlich ist und man nicht mehr bei jedem Problem drei Abteilungen anschreiben muss. Das hat die Leute tatsächlich überzeugt.

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