Elektrik und Notfälle: Was Männer zuhause wissen müssen

Ein Gentleman kennt den Unterschied zwischen einem Bordeaux und einem Burgunder. Er weiß, welches Hemd zu welchem Anlass passt. Aber er weiß auch, wo sein Sicherungskasten sitzt und was zu tun ist, wenn um 23 Uhr plötzlich der Strom ausfällt. Praktische Selbstkompetenz gehört zum Bild eines Mannes, der sein Leben eigenständig organisiert. Elektrik ist dabei kein Nischenthema für Techniker, sondern Grundlagenwissen für jeden, der eine Wohnung oder ein Haus bewohnt.

Der Sicherungskasten: Das Herzstück der Hausinstallation

Jede Wohnung hat einen Verteilerkasten, meistens im Flur, im Keller oder im Treppenhaus. Dort sitzen die Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich Sicherungen genannt, sowie der FI-Schutzschalter. Wer diesen Kasten noch nie geöffnet hat, sollte das nachholen, bevor ein Notfall das erzwingt.

Ein moderner Leitungsschutzschalter trägt eine Auslösebezeichnung wie B16 oder C10. Das B steht für die Auslösecharakteristik, die 16 für den Nennstrom in Ampere. Im Haushaltsbereich sind B-Automaten mit 16 Ampere für normale Steckdosenstromkreise üblich. Küche und Badezimmer bekommen in der Regel eigene Stromkreise, weil dort mehr Verbraucher gleichzeitig laufen. Ein Herd mit Backofen zieht allein schon drei bis sieben Kilowatt. Wer dann noch die Kaffeemaschine und den Wasserkocher am gleichen Stromkreis betreibt, darf sich über einen ausgelösten Automaten nicht wundern.

Der FI-Schutzschalter, technisch Fehlerstromschutzschalter, überwacht den Unterschied zwischen hin- und rückfließendem Strom. Weicht dieser Wert um mehr als 30 Milliampere ab, schaltet er ab. Das schützt vor tödlichen Stromschlägen. Wer keinen FI im Kasten hat, sollte beim nächsten Elektriker nachfragen. In Neubauten und renovierten Wohnungen ist er seit Jahren Pflicht, in älteren Beständen fehlt er jedoch noch häufig.

Häufige Fehler, die Männer zuhause machen

Mehrfachsteckdosen sind praktisch, aber gefährlich, wenn man sie falsch einsetzt. Eine Steckdosenleiste ist für eine bestimmte maximale Last ausgelegt, üblicherweise 3.500 Watt bei 16 Ampere. Wer auf einer einzigen Leiste Drucker, Monitor, PC, Tischlampe und Kaffeemaschine betreibt, nähert sich dieser Grenze schnell. Günstiger Billigware aus dem Versandhandel fehlt oft die nötige Zertifizierung. Das GS-Zeichen oder das CE-Zeichen sind kein Luxus, sondern Mindeststandard.

Ein weiterer Klassiker: selbst gezogene Kabel quer durch die Wohnung, ohne Schutzrohr, ohne Zugentlastung. Wer ein Verlängerungskabel dauerhaft unter dem Teppich verlegt, riskiert eine Überhitzung und im schlimmsten Fall einen Schwelbrand. Schwelbrände entstehen langsam, manchmal über Stunden, und werden oft erst bemerkt, wenn der Schaden bereits enorm ist.

Wann ist ein Notfall wirklich ein Notfall?

Es gibt Situationen, die keinen Aufschub bis zum nächsten Werktag dulden. Dazu zählen:

  • Brennender oder stark riechender Verteilerkasten
  • Funkenflug an Steckdosen oder Schaltern
  • Strom fällt aus und lässt sich nicht durch Zurückschalten der Sicherung beheben
  • Wasser ist in elektrische Installationen eingedrungen, etwa nach einem Rohrbruch oder einer Überschwemmung
  • Personen haben einen Stromschlag erlitten

In solchen Fällen zählt jede Minute. Wer in Wien wohnt, sollte die Nummer eines zuverlässigen Notdienstes griffbereit haben. Ein Elektriker Notdienst 1020 Wien Leopoldstadt ist rund um die Uhr erreichbar und übernimmt genau solche akuten Einsätze, wenn normale Bürozeiten keine Option sind.

Wichtig: Bei Verdacht auf einen elektrischen Brand sofort den Hauptschalter betätigen, wenn dieser sicher erreichbar ist, und die Feuerwehr unter 122 rufen. Niemals Wasser auf einen Elektrobrand. CO2-Löscher oder Pulverlöscher sind für elektrische Anlagen geeignet.

Was man selbst erledigen darf und was nicht

Die Grenze ist klarer, als viele denken. In Österreich und Deutschland gilt: Arbeiten an der Hausinstallation hinter der Steckdose dürfen nur konzessionierte Elektriker ausführen. Das betrifft neue Leitungen verlegen, Sicherungskästen erweitern, Unterputzdosen setzen und Kabeltrassen installieren.

Was Laien legal selbst tun dürfen, ist überschaubar:

  • Leuchtmittel wechseln
  • Stecker an Geräteleitungen ersetzen, wenn das Gerät dabei vom Netz getrennt ist
  • Steckdosenleisten und Verlängerungskabel verwenden
  • Batterien und Akkus tauschen

Schon das Auswechseln einer Steckdose oder eines Lichtschalters ist rechtlich eine konzessionspflichtige Tätigkeit, auch wenn die handwerkliche Hürde gering erscheint. Der Grund liegt im Versicherungsrecht: Wer nach einem Brand nachweisen muss, dass die Anlage ordnungsgemäß installiert war, braucht dokumentierte Facharbeit.

Hausübergabe und Wohnungskauf: Elektrik prüfen

Wer eine gebrauchte Wohnung kauft oder ein älteres Haus übernimmt, sollte den Zustand der Elektroinstallation frühzeitig bewerten lassen. Anlagen aus den 1960er und 1970er Jahren haben oft Aluminiumleitungen, die sich mit modernen Kupferanschlüssen schlecht verbinden lassen und unter Belastung oxidieren. Fehlende Schutzleiter, sogenannte Nullung, und zu schwache Querschnitte für heutige Lastprofile sind weitere häufige Befunde.

Eine Elektrofachkraft kann das System mit einer Prüfung nach ÖVE/ÖNORM E 8001 (Österreich) oder DIN VDE 0100 (Deutschland) vermessen und ein Prüfprotokoll ausstellen. Das kostet je nach Umfang zwischen 200 und 600 Euro, ist aber bei einer Kaufentscheidung über mehrere hunderttausend Euro kaum der Rede wert.

Kurzer Überblick: Prüfintervalle für Elektroinstallationen

Nutzungsart Empfohlenes Prüfintervall
Privatwohnung Alle 10 Jahre
Einfamilienhaus mit Werkstatt Alle 5 Jahre
Vermietete Wohnung Alle 4 Jahre
Nach Umbau oder Renovierung Vor Inbetriebnahme

Eigenverantwortung beginnt mit Vorbereitung

Ein Gentleman wartet nicht, bis die Situation ihn zwingt zu handeln. Die Nummern des örtlichen Energieversorgers und eines Elektriker-Notdienstes gehören ins Telefon, bevor man sie braucht. Eine Taschenlampe mit frischen Batterien liegt griffbereit, nicht ganz hinten in der Schublade. Und der Sicherungskasten ist beschriftet, damit man im Dunkeln in dreißig Sekunden den richtigen Stromkreis findet.

Das alles ist kein Aufwand. Es ist das Mindestmaß an Vorbereitung, das man sich selbst und den Menschen schuldet, mit denen man unter einem Dach lebt.